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SZ-Redakteur Jan Stremmel hetzt gegen Tierrechtler

Mahatma Ghandi, Foto: Jay Galvin
Foto: Jay Galvin (zugeschnitten), Lizenz: CC BY 2.0

Kurz nach der Bundestagswahl bat mich der „Journalist“ Jan Stremmel um ein Interview für die Süddeutsche Zeitung. Es ginge um „Tierschutz in Deutschland“. Selbstverständlich erklärte ich mich hierzu bereit und traf mich mit diesem Herrn.

Nach kurzem einleitenden Smalltalk über unsere Wahlergebnisse ging er schnell über zu tendeziösen Fragen wie: „Wo ordnen Sie sich im politischen Spektrum ein?“ und „sind Sie offen für rechte Tierschützer?“ Meine Antworten schienen ihm wenig gefallen zu haben, denn offensichtlich passt es nicht in sein Weltbild, dass die klar links der Mitte – zwischen Grünen und Linken – steht, wie ich es ihm verdeutlichte, dass wir uns ganz klar z. B. für das uneingeschränkte Recht auf Asyl, gegen Rassismus, Sexismus und Ausländerfeindlichkeit sowie für Gleichberechtigung für homo- und transsexuelle Menschen aussprechen und dass wir somit klar Stellung beziehen, auch wenn uns bewusst ist, dass wir dadurch Wähler_innen vom rechten Rand nicht für uns gewinnen, die mit unseren Tierschutzforderungen ansonsten übereinstimmen.

Subjektiver „Journalismus“

Für ihn war ganz offensichtlich von Anfang an klar, welche Message dieser Artikel bei seinen Leser_innen rüberbringen soll: Die und andere Tierrechtsorganisationen in Deutschland sind rechts und damit nicht tragbar. Damit spielt er massiv der Tierausbeutungsindustrie in die Hände, welche sich durch eine immer stärker werdende Tierrechtsbewegung bedroht sieht und zunehmend dazu übergeht diese zu bekämpfen, nachdem sie uns ganz im Sinne des berühmten Zitates von Mahatma Gandhi zunächst ignoriert und dann belächelt hat. Ein Schelm, wer Böses ahnt…

Bewusste Manipulation der Leser

Bereits der Anfang seines Artikels hat nichts mit der Realität der beiden Organisationen zu tun, die er in seinem Artikel hauptsächlich angreift: „Nein zu Pelz, nein zu Ausländern“. Insb. die positioniert sich hier komplett entgegengesetzt. Wir sprechen uns in unserem Grundsatzprogramm nicht nur dafür aus, dass jeder in Deutschland „Asyl finden“ muss, der aus „politischen, rassistischen, sexistischen oder religiösen Gründen verfolgt wird […] oder auf Grund von Krieg oder Bürgerkrieg aus seinem Land flüchtet“, sondern sogar wer „an Hunger leidet“.

In seinem Artikel schreibt er auch über eine andere Tierrechtsorganisation. Durch die Zwischenüberschrift „Man will das ’saudumme Bauernvolk abmurksen‘ und postet ein Selfie mit Katze Fipzi“ suggeriert er, dies sei die Meinung dieser Organisation. In dem Absatz darunter stellt sich dann aber heraus, dass es sich um einen Kommentar einer dritten Person handelte.

Konkrete Unwahrheiten

Mit seiner Zwischenüberschrift „Die arbeitet im Stadtrat mit Politikern, die sogar der AfD zu rechts sind“ verbreitet er sogar eine glatte Lüge, denn dies haben wir nie getan.

Hier weitere konkrete Unwahrheiten, verkürzte Zitate und Andeutungen, die zu falschen Schlüssen verleiten, obwohl ich Herrn Stremmel zu allen Fragen ausführlich geantwortet hatte:

FALSCH ist: Wir hätten eine Stadtratsabgeordnete, die eine Fraktion mit den Freien Wählern gebildet hätte.
FAKT ist: Wir hatten eine solche Stadtratsabgeordnete und Fraktion. Erstere ist jedoch bereits im Mai diesen Jahres ausgetreten.

FALSCH ist: Der Chef dieser Fraktion sei ein „verurteilter Neonazi“.
FAKT ist: Der Geschäftsführer dieser Fraktion hat spätestens 2006 mit der rechten Szene gebrochen und seitdem linke Politik im Düsseldorfer Stadtrat gemacht. Zudem ist er mit einer Muslima verheiratet und Mitglied der , was Stremmel ebenfalls verschweigt.

FALSCH ist: Diese Fraktion werde um einen Abgeordneten ergänzt, der vorher jahrelang Mitglied der Republikaner gewesen sei.
FAKT ist: Dieser Abgeordnete war Mitglied der AfD, als diese noch hauptsächlich eine eurokritische Partei war, und ist aus ihr ausgetreten, nachdem sie immer weiter nach rechts abgedriftet war.

FALSCH ist: Er zitiert Stefan Eck, unseren ehemaligen Bundesvorsitzenden und Europaabgeordneten, als sei es Fakt: „Aus meiner Sicht ist die Unterwanderung von rechts abgeschlossen. Ich wurde regelrecht betrogen.“
FAKT ist: Es gibt keine Unterwanderung der und Stefan Eck wusste von Anfang an Bescheid, dass unsere ehemalige Stadtratsabgeordnete eine Fraktion mit den Freien Wählern eingehen wollte und hat dem ausdrücklich zugestimmt.

FALSCH ist: Der Leiter unseres BAKs gegen Rechts und unseres Parteimagazins sei ein ehemaliger NPD-Funktionär.
FAKT ist: Der besagte ehemaliger NPD-Funktionär ist bereits 1997 aus der NPD ausgetreten und war nach über 10 Jahren aktiver Aufklärungsarbeit gegen rechts von 2013 bis Juni 2016 Leiter unsere BAKs gegen Rechts sowie bis September 2017 Redaktionsleiter unseres Parteimagazins. Zwischenzeitlich ist er aus der Partei ausgetreten.

Weiterhin schreibt er, dass im Februar diesen Jahres ein „Landesparteitag“ [sic.] in den Räumlichkeiten des Vereins des Geschäftsführers der Düsseldorfer Fraktion stattgefunden habe.
FAKT ist: Diese Mitgliederversammlung wurde von unserem damaligen Landesvorstand NRW einberufen, der kurz darauf vom Bundesvorstand des Amtes enthoben wurde, was ich Herrn Stremmel natürlich erklärte, dieser aber in seinem Artikel bewusst weggelassen hat.

In diesen Zusammenhang passt auch die Frage, die Stremmel in seinem Geschreibsel aufwirft: „Wer ist eigentlich gefährlicher: die knallharten Rassisten […] oder die Tierschützer, denen offenbar jede Unterstützung recht ist?“ Dass uns eben gerade nicht „jede Unterstützung recht ist“, habe ich ihm in unserem Gespräch mehrfach mehr als deutlich gemacht, doch von meinen Aussagen zitiert er nur kleine Ausschnitte, um meine eigentlichen Aussagen unmittelbar darauf mit Suggestivfragen ins Lächerliche zu ziehen.

Ebenfalls schreibt er, wir hätten in unserem Parteimagazin“auf 4 Seiten de[n] homophobe[n] neurechte[n] Blogger und Islamhasser David Berger interviewt“.
FAKT ist: Wir haben David Berger ENDE 2015 interviewt. Dieser betätigt sich jedoch laut Wikipedia erst „seit 2016 [..] islamkritisch“ und ist zudem selbst bekennender Homosexueller.

Journalismus? Hetze!

Das ist kein Journalismus, das ist billigste Hetze! „Journalisten“ wie Jan Stremmel und die Süddeutsche sind dafür verantwortlich, wenn Menschen sich von den klassischen Medien abwenden und bei unseriösen Web- und Facebook-Seiten nach der Wahrheit suchen. Ein Schande für den Qualitätsjournalismus, den man ansonsten doch meistens von der Süddeutschen gewohnt ist, dass sie einem solch unprofessionellen Schreiberling eine Plattform bietet!

Tierrechtler lassen sich nicht aufhalten

Jan Stremmel wirft zu Beginn seines Artikels zudem die Frage auf: „Warum verbreiten sich Rassismus und Menschenhass ausgerechnet unter Tierfreunden so gut?“ Mit seinem Artikel liefert er Menschen, die genau dafür anfällig sind, einen Grund für Menschenhass. Doch wir von der lassen uns weder von einem Möchtegern-Journalisten noch von sonst etwas zu Menschenhass verleiten, sondern werden genau wie bisher auch weiterhin konsequent für alle kämpfen, die uns brauchen: die Menschen genau wie die Tiere und die Umwelt. Und um auf Mahatma Gandhi zurückzukommen: „Am Ende gewinnen wir.“

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